Antisemitisch motivierter Vandalismus? Zerstörung der Gertrud-Kolmar-Tafeln!
PRESSEMITTEILUNG
Vandalismus an gespendeten Gertrud-Kolmar-Informationstafeln als Zeichen von Antisemitismus?
Beginnen möchten wir mit einem Dank an die Medien, die über die Aufstellung unserer Sitzgruppen berichtet haben! Es ging um das Vorhaben „Demokratie braucht Begegnung“, welches dank Fördergeldern des Demografie-Forums Havelland im Rahmen des Projektes von „Bank zu Bank im Havelland“ ermöglicht wurde. Am 10. Juli 2026 erfolgte die Übergabe im Beisein unseres Landrates, Herrn Roger Lewandoswki, und unseres SVV-Vorsitzenden, Herrn Hans-Peter Pohl. Wie wir zwischenzeitlich mit Freude feststellen konnten, wurde die idyllisch und naturnah gelegene Sitzgruppe im Bereich oberhalb des P&R-Parkplatzes in Finkenkrug mit einer guten Besuchsfrequenz angenommen. Nachdem leider schnell die ersten Graffitis und sogar Brandspuren an der Tischplatte und eine gelegentliche Vermüllung (trotz eines in unmittelbarer Nähe aufgestellten Mülleimers) festzustellen war, wurde mit einem Appell an die Vernunft auf der Tischplatte ein kleines 12 x 5 cm großes Hinweisschild aufgeschraubt, um zum Beispiel auf die Gefahr eines offenen Feuers hinzuweisen. Es wurde von Unbekannten inzwischen gestohlen.
Heute erhielten wir die erschreckende Nachricht vom Grünflächenamt, dass die von unserem Verein zusätzlich installierten Tafeln mit Informationen zur jüdischen Autorin Gertrud Kolmar ein Opfer von zerstörerischem Vandalismus wurden. Wir haben als Verein Gelder für diese Pultständer und Tafeln verwendet, die wir aus Mitteln des hälftig erhaltenen Franz-Bobzien-Preises 2026 finanziert haben. Der Preis wird von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen vergeben. Aus diesem Grunde war es uns ein wichtiges Anliegen, im Sinne von Franz Bobzien zu handeln. Diesem Anspruch wollten wir mit der Würdigung von Person und Werk der angesehenen Lyrikerin Gertrud Kolmar gerecht werden. Sie lebte viele Jahre in Falkensee. Sie wurde 1943 von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert und ist dort vermutlich gestorben.
Wir können daher eine bewusste und antisemitisch motivierte
Sachbeschädigung nicht ausschließen. Daraus folgt, dass wir diesen Vorgang zur Anzeige bringen werden.
Leider wissen wir noch nicht, wie und wann wir als Ehrenamtler eine Ersatzbeschaffung bewerkstelligen können.

Foto: Sitzgruppe An der Rehwiese in Waldheim mit der dritten Gertrud-Kolmar-Tafel



Kommentare